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Tod dem Planeten!

Gestern gab es über München und Umgebung einen Sturm. An sich nicht von Bedeutung, abgesehen davon, dass es regnete, als seien alle Schleusen geöffnet worden. Und es hagelte, als gäbe es kein Morgen mehr. Während einige Tapfere sich hinauswagten, um ihren Bus, ihre Tram oder ihre S-Bahn zu erreichen, hielten manch andere unter Dach aus und erfreuten sich an dem kühlenden Nass. Als kurz darauf wieder die Sonne schien, schien alles vergessen.

Warum ich diesen Sturm dann überhaupt erwähne, wenn nichts Großartiges passiert ist? Weil er wieder einmal gezeigt hat, wie machtlos der Mensch der Natur gegenüber ist. Er kann noch so viele Dämme bauen, noch so viele Flussbefestigungen errichten, die Natur findet einen Weg.
Nicht, dass der Mensch nicht versuchen würde, die Natur zu zähmen. Wälder, die einer Straße im Weg sind, werden kurzerhand abgeholzt. Flüsse, die bei starkem Regen über die Ufer treten, werden kilometerweit mit Betonwänden verziert. Boden, der matschig werden könnte, wird gepflastert. Doch gerade deswegen können die Naturgewalten, seien es Wind oder Wasser, sich ungehindert ausbreiten und mit voller Wucht zuschlagen. Wo früher das Regenwasser recht schnell im Boden versickern konnte, steht es heutzutage stundenlang und bildet kleine Teiche, die auf ihre Art einladend wirken, dem Menschen aber die Fortbewegung erschweren oder gar ganz verbauen. Wo früher der Wind sich in ausgedehnten Wäldern fangen konnte, fegt er heute über Äcker und Brachland, weht die ausgestreute Saat davon und schiebt auch gerne das ein oder andere Auto von der Straße in den abseitigen Graben.

Noch kommt der Mensch einigermaßen klar, doch früher oder später wird er den Kampf gegen den Planeten verlieren. Grundlos zerstört er seinen Lebensraum ohne Rücksicht auf Verluste. Er häuft Müll zu wahren Bergen an, die man irgendwann erklettern und mit einem Gipfelkreuz aus Aludosen krönen wird. Sofern der Müllberg nicht schon vorher ins Rutschen gerät und die Massen unter sich begräbt.

Anscheinend haben die Wenigsten verstanden, dass alles, was sie tun, auch Konsequenzen hat, unter denen sie früher oder später zu leiden haben werden.
Diejenigen, die es bereits begriffen haben und auf die Massen einreden, ernten nur Hohn und Spott. Eines Tages, liebe Mitbürger, wird mit dem Finger auf euch gezeigt werden. Eines Tages werdet ihr zu hören bekommen “Wir haben es euch gesagt”.

Ich hoffe, ihr werdet es selbst noch erleben. Eure Kinder würden es euch nicht danken, dass ihr ihre Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes verbaut habt.

Es ist wieder einmal geschafft: Steuergelder in Millionenhöhe wurden und werden verschwendet. Nein, es geht diesmal nicht um Diätenerhöhungen für unfähige Politiker (wobei sich damit ein ganzes Buch füllen ließe), sondern um das derzeitige Debakel beim neuen Flughafen Berlin-Brandenburg. Wie wir mitbekommen haben, musste die ursprüngliche Eröffnung am ersten Juni-Wochenende dieses Jahres aufgrund mangelnder Brandschutzmaßnahmen auf den März 2013 verschoben werden. Airlines mussten ihre Pläne wieder umwerfen, kleinere Zulieferbetriebe bekommen womöglich ernsthafte Probleme, die ansässigen Autovermieter hatten bereits ihre Stationen zur Schließung vorbereitet und einen guten Teil ihres Fuhrparks zum neuen Witzplatz Flughafen verschoben. Nun muss alles rückgängig gemacht werden, Dankesschreiben bitte an…ja, an wen eigentlich?

Die Bundestagsdebatte zeigt auf, dass eigentlich keiner so richtig Schuld haben will. Jeder schiebt dem anderen die Verantwortung zu, weil jeder doch irgendwie mit involviert war. Die FDP, die zum fraglichen Entscheidungszeitpunkt weder im Berliner noch im Brandenburger Landtag saß, leistet sich zwar einige verbale Tiefschläge, teilt aber nicht mit blanken Fäusten aus, da der Partner auf Bundesebene – namentlich CDU/CSU – in den jeweiligen Landtagen zu finden ist. Die Linken, die jetzt besonders den Schnabel aufreißen und von “Provinzniveau” palavern, bemerken nicht, dass sie bis vergangenen September im Berliner Senat saßen, noch im Brandenburger Landtag sitzen und somit zwei ihrer Minister im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft geparkt haben. Nur die Grünen sind recht fein raus, weil sie seit Jahren weder auf Landes-, noch auf Bundesebene etwas zu sagen haben. Trotzdem merkt man auch hier, dass sie den Mund lieber nicht zu voll nehmen wollen. Könnte ja doch irgendwie wieder auf sie zurückfallen.

Während jetzt also eine endlose Diskussion darüber entbrannt, wer die Aktion vergeigt hat, wird darüber vergessen, worum es eigentlich geht: Die weitere Geldverbrennung so weit wie möglich einzudämmen. Selbst so eine Debatte kostet uns viel Geld, das anderswo besser eingesetzt wäre.

Warum gibt es eigentlich nicht auch im Bundestag die Regel, die in vielen Unternehmen gefahren wird? Frei nach dem Motto “Wer viel zu reden, aber nichts zu sagen hat, soll die Fresse halten”.
Aber wir leben in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit. Und selbst wenn die Meinung absoluter Bullshit ist, so darf sie doch ausgesprochen werden.
An sich ist das eine gute Erfindung, aber wenn es auf Kosten der Steuerzahler geht, ist es nicht mehr ganz so witzig, obwohl eine Menge Clowns rumtoben.

Mein Appell an die Bundessülzen: Hört auf mit Diskutieren und fangt an mit Taten!

Mutter lässt Kind verhungern

Heute wurde eine junge Mutter in Mannheim zu neun Jahren Haft verurteilt, weil sie ihr Kind im vergangenen Jahr in der eigenen Wohnung beinahe hat verhungern lassen. Ein Amtsarzt fand den jungen Marcel völlig verwahrlost und brachte es in eine Klinik, wo es dann ein paar Wochen später starb. “Zurecht wird diese Rabenmutter hinter Gitter gesteckt!”, werden jetzt viele rufen, und dieser Ruf ist auch gerechtfertigt. Solang man sich nicht die Hintergründe ansieht, die zu diesem tragischen Fall geführt haben.

Zur Vorgeschichte: Der Neunjährige war erblindet und taub und seit 2009 ans Bett gefesselt. Die Mutter nun, damals drogenabhängig und für zwei weitere Kinder verantwortlich, entschied sich nach zähem Ringen mit sich selbst, den Sohn in seiner gewohnten Umgebung sterben zu lassen, um sein Leid zu beenden und seinen Todesweg so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch hier möchte man sagen, dass sie selbst schuld sei, ein Kind in die Welt gesetzt zu haben, allerdings lässt sich das nicht immer aussuchen.
Sie bekam laut eigener Aussage weder vom Vater des Kindes noch von ihrer Verwandtschaft irgendwelche Unterstützung, sie musste ihre drei Kinder allein durchbringen und hat immer wieder versucht, dem schwerbehinderten Sohn Mut zu machen. Was irgendwann nicht mehr möglich gewesen sei. “Ich wusste gar nicht mehr, was ich ihm sagen sollte”, führte die Frau vor Gericht aus.

Natürlich sollte man zu seiner Verantwortung stehen und seinem Kind die größtmögliche Liebe und Zuneigung zukommen lassen. Doch wenn wir uns ansehen, dass das Kind an einer unheilbaren Erbkrankheit litt, stellt sich die Frage, wie lange er überhaupt noch zu leben gehabt hätte, hätte sich die Mutter um ihn gekümmert.

Ich finde, sie hat Liebe bewiesen. Zwar auf eine irritierende Art, aber das mindert die Liebe nicht. Sofern ihre Tränen im Gerichtssaal echt waren, hat sie nicht nur ihren Sohn, sondern auch einen Teil von sich selbst umgebracht. Die Frage nach dem “Wie” ist allerdings ein Streitpunkt. Jemanden verhungern zu lassen ist nicht gerade die schönste Art des Sterbens. Es gibt andere Arten, wo es schneller geht und der Todgeweihte dennoch keine Schmerzen leidet.

Wie wäre es wohl ausgegangen, hätte sich der Vater des Kindes seiner Verantwortung gestellt, hätte die Verwandtschaft der Mutter in der Not geholfen? Hätte die Mutter einen anderen Ausweg gesehen, ich bin überzeugt davon, sie hätte die Alternative bevorzugt.

Was nun aus den anderen beiden Kindern wird, mag ich mir nicht ausmalen. Sie werden wohl den Weg ins Kinderheim nehmen müssen, sofern sich niemand meldet, um sich um sie zu kümmern.
Auf die Verwandtschaft kann man wohl nicht zählen.

 

Fresse halten im Bundestag

Interessant, was sich die einschlägigen Parteien im Bundestag jetzt wieder ausgedacht haben: Am 26. April soll darüber abgestimmt werden, ein neues Rederecht im Parlament einzuführen. Konkret bedeutet das, dass nur die von den Fraktionen vorher bestimmten Redner etwas sagen dürfen. Der Bundestagspräsident (derzeit Norbert Lammert) darf dann nur noch in absoluten Ausnahmefällen jemand anderen reden lassen – und das auch nur für drei Minuten sowie nach Absprache mit den Fraktionen.

Klingt kompliziert? Die Regelung selbst ist auch nicht ganz einfach zu verstehen, aber es bedeutet schlicht, dass Abgeordnete mit einer gegensätzlichen Meinung nur sehr schwer bzw. gar nicht mehr zu Wort kommen können. Was man auch als schnellere Abwicklung bezeichnen könnte, ist in meinen Augen eine Beschneidung der Redefreiheit. Nur, weil eine Meinung unbequem ist, darf sie nicht unterdrückt werden, das steht schon im Grundgesetz, dem sich jeder deutsche Bürger (dazu zählen auch unsere Volksverdummer -vertreter) zu verpflichten hat. Dass die meisten der Parteien im Bundestag dieses Recht nun aushöhlen wollen, zeigt mir, dass wir auf einem sehr gefährlichen Weg sind. Man mag mir Polemik vorwerfen, aber wenn das Grundgesetz auf so eine Art und Weise immer weiter eingeschränkt wird, haben wir früher oder später eine De-facto-Dikatur, auch wenn überall groß und breit “Demokratie” draufsteht.

Natürlich wird es innerhalb der Fraktion weiterhin keinen Zwang geben, sich der Mehrheitsmeinung anzuschließen, aber seine eigene Überzeugung darf man dann nur noch in den seltensten Fällen kundtun. Erinnert mich an die Zustände in China oder auch in Nordkorea: “Habe ruhig deine eigene Meinung, aber halt gefälligst die Fresse”.

Soll das wirklich so werden? Soll sich jemand mit anderer Meinung gegängelt und unterdrückt fühlen müssen in einem Land, welches in der Nationalhymne die Worte “Recht und Freiheit” beinhaltet?
Warum haben die Herrschaften eigentlich so ein hohes Einkommen, wenn sie qualitativ beschissene Arbeit leisten? Bezahlt sie mal leistungsgerecht, dann werden wir sehen, ob sie sich dann mehr Mühe geben, die Demokratie zu schützen.

Nachdem vor rund einem Jahr das Bundesverfassungsgericht das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung gekippt hatte (auch in anderen Ländern sahen es die Gerichte als verfassungswidrig an), sah sich die zuständige EU-Kommission genötigt, einen neuen Entwurf zu erstellen. Dieser sollte eigentlich in der Mache bzw. schon längst fertig sein – ist er aber bis heute nicht. Dennoch hat die genannte EU-Kommission der deutschen Bundesregierung nun eine Frist von vier Wochen gesetzt, um die Vorratsdatenspeicherung wieder einzuführen. Ansonsten droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof und faktisch eine Geldstrafe. Das Interessante daran ist, dass dieses Gesetz auf der nicht überarbeiteten Richtlinie basieren soll. Worauf auch sonst? Schließlich sind die Idioten Schlafmützen Sesselfurzer in der EU noch nicht soweit, eine neue Richtlinie unters Volk zu bringen. Dennoch eine sehr gute Idee, das Bundesverfassungsgericht freut sich bestimmt schon darauf, das neue Gesetz wieder zu kassieren.

Uns Angie Bundeskanzlerin Angela Merkel hat natürlich sofort ihren Wirtschaftsminister und FDP-Oberkasper Philipp Rösler zu sich bestellt und ihm eingebläut, eine “zeitnahe” Lösung zu finden. Prekär: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und ihr “Gegenpart” Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sollen bei der Sitzung als stille Teilnehmer dabei gewesen sein. Sprich: Ihnen wurde das Maul verboten.
Frau Merkel scheint Angst zu haben, ihren derzeitigen Status als EU-Marionette zu verlieren. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie in voller Gewissheit (ich traue ihr einiges an Intelligenz zu) zu so einem absonderlichen Schritt drängt?

Doch was genau hat die EU-Kommission vor? Will sie unbedingt einen erneuten Schwanzvergleich mit geltenden Gesetzen? Will sie zeigen, wer hier der starke Mann ist? Oder will sie kaschieren, dass sie selbst zu unfähig ist, innerhalb einer angemessenen Zeit eine ordentliche Richtlinie auf den Weg zu bringen, die nicht gegen unschuldige Bürger vorgeht, sondern (nur) gegen Verbrecher?

  • Mein Rat an die EU: Kehrt erstmal vor eurer eigenen Tür, bevor ihr gegen eure Mitgliedsstaaten vorgeht.
  • Mein Rat an Frau Merkel: Vergessen Sie nicht, dass Sie nicht mehr in der DDR sind und der Stasi gefallen müssen, sondern dass sie eine – wenigstens dem Namen nach – Demokratie regieren.
  • Mein Rat an alle deutschen und europäischen Bürger: Wehrt euch gegen diesen Unsinn, so gut ihr es vermögt.

Horst Köhler ermahnt

Horst Köhler, seines Zeichens Bundespräsident a.D., hat sich kürzlich beim “Wittenberger Gespräch” zu Wort gemeldet. Er sprach unter anderem davon, dass er das Gefühl habe, die heutigen Medien würden sich mehr auf “Sensatiönchen und Skandälchen” konzentrieren, als echte Meinungsbildung voranzutreiben. Hat er damit recht?

Köhler war schon immer bekannt dafür, seine Meinung öffentlich kund zu tun. Mal mehr, mal weniger hilfreich, aber immer offen und ehrlich. Ein Charakterzug, den man bei heutigen Politikern vielfach schmerzlich vermisst. Er ließ sich darüber aus, dass es in der heutigen Zeit nur wenige bis gar keine Journalisten gebe, die verantwortungsbewusst mit der Wahrheit umgehen, denen das Verstehen wichtig sei. Vielmehr gebe es “immer mehr Spezialisten für das bewusste Missverstehen und die ehrenrührige Schnödigkeit”.
Heutige Medien stürzen sich gerne auf eine bestimmte Sache, bauschen sie als Skandal auf und stellen sich selbst als Enthüller dar. Doch oft sind es eigentlich nur Kleinigkeiten, die da plötzlich auf Seite 1 stehen, gerne in der Nähe des barbusigen Mädchens (das von einigen Idioten Lesern bereits jetzt schon schmerzlich vermisst wird). Aber Köhler geht noch einen Schritt weiter. Er prangert an, dass die heutige Politik sich darauf einstellt, anstatt gegen die reißerische Berichterstattung unserer Medienwelt aktiv vorzugehen.

Wie das funktionieren kann? Keineswegs mit Zensur, sondern vielmehr mit bewusstem “Wenn ich nichts zu sagen habe, halte ich die Fresse”. Die Medien nehmen natürlich allzu gerne an, was ihnen geboten wird. Schließlich gibt es einen täglichen Kampf um die Leser der Bundesrepublik. Und je reißerischer und aufbauschender ein Text ist, desto mehr wird er gelesen. Politiker wollen natürlich immer im Gespräch sein, schließlich steht irgendwann die nächste Wahl an. Problematisch wird es dann, wenn Politiker sich hinreißen lassen, Dinge zu versprechen, die sie garantiert nicht halten können. Köhler ermahnt auch hier, nicht zu viel zu erzählen, sondern lieber Taten sprechen zu lassen. Gleichzeitig erhebt er den Zeigefinger gegenüber den Bürgern: Sie sollten “nicht auf jede Anpreisung hereinfallen, sondern nüchtern bedenken, was der andere überhaupt zu leisten vermag.”

Wir sehen also, es gibt ein tiefgreifendes Problem. Die Medien, die jeden Scheiß Dreck Unsinn aufbauschen, die Politiker, die mit jedem Mittel nach Aufmerksamkeit buhlen und darüber das Handeln vergessen, und die Leser/Wähler, die jeden hingeworfenen Brocken aufnehmen, anstatt sich selbst Gedanken zu machen.

Was hilft dagegen? Ich ende mit einem Zitat von Horst Köhler, Bundespräsident a.D.:
“An reißerischer Berichterstattung sollten wir keine Freude haben. Die beste Versicherung gegen solche Entwicklungen sind wache Bürger, die mehr verlangen”.

Lass uns Gott spielen

Wollmammut - Urheber: WolfmanSFDer Südkoreaner Woo-Suk Hwang (bekannt durch seine Lüge, er habe embryonale Stammzellen eines Menschen geklont) hat bekannt gegeben, ein Woll-Mammut klonen zu wollen. Aus einem gefrorenen Urtier will er Erbgut entnehmen und das Embryo von einer asiatischen Elefantenkuh austragen lassen.

Warum will er das tun? Weil er es kann? Oder weil er sich wieder einmal interessant machen möchte? Oder weil er der blinden Überheblichkeit der Menschheit zum Opfer gefallen ist?
Schon oft in der Geschichte hat die Wissenschaft Dinge entwickelt, ohne darüber nachzudenken, zu welchem Zweck diese Erfindung genutzt werden kann. Als das Manhattan Project (Entwicklung der Atombombe) fertig gestellt war, soll Albert Einstein gesagt haben: “Was haben wir getan?!” Doch hat die Menschheit daraus gelernt? Mitnichten. Noch immer wollen wir mehr Dinge erfinden, mehr leisten, und scheren uns nicht im Geringsten darum, wie die Zukunft dadurch verändert wird. Nicht umsonst haben wir einen sterbenden Planeten unterm Arsch unter den Füßen.

Zurück zum wollenen Rüsseltier. Es ist bestimmt interessant, solch ein Tier aus der Urzeit in der heutigen Zeit zu erleben. Aber ist es wirklich nötig, ein Mysterium zu zerstören, nur um einem Mammut dabei zuzusehen, wie es in einem Gehege steckt und von tausenden Menschen begafft wird? Was wäre dann der nächste Schritt? Vielleicht doch endlich einen Menschen klonen und im Zirkus vorführen?

Ganz ehrlich, ich schäme mich für die Menschheit. Ich schäme mich für die Sensationsgeilheit, die heute scheinbar jeden befallen hat. Ich schäme mich dafür, zu dieser Gattung zu gehören, die sich als die Kr0ne der Schöpfung bezeichnet, es aber nicht einmal schafft, leicht zu öffnende Gurkengläser zu entwickeln. Wäre der Mensch die Krone der Schöpfung, hätte er mehr als zwei Hände (mehr Platz für Handys und Essen), würde auf acht Beinen laufen (um im Suff nicht zu stürzen) und bräuchte keine Kleidung, weil der eigene Pelz genug wärmt.

Ich habe bald Geburtstag, und mein Wunsch ist, dass die Menschen über die Konsequenzen ihres Handelns nachdenken, bevor sie handeln. Dadurch blieben uns allen viele Tränen erspart. Aber ich fürchte, dass dieser Wunsch ins Reich der Utopie abgeschoben werden muss.
Ich kenne die Menschen gut genug, um folgendes zu wissen: Sie halten ihre Hand ins Feuer, wundern sich dann, dass sie brennen, und nach dem Löschen fassen sie fröhlich in ein anderes Feuer, anstatt sich ihre Erfahrung zu merken.

Eigentlich ein Wunder, dass es uns noch gibt.

Geld oder Kinder

Da denkt man, die Politik hat derzeit schwer mit ACTA, der Rettung Griechenlands und den Glatzköpfen zu tun, aber anscheinend ist den gewählten Damen und Herren recht langweilig. Oder die Kälte hat einigen Politikern das Gehirn eingefroren. Wie sonst ist es wohl zu erklären, dass die Junge Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unlängst auf die Idee gekommen ist, dass kinderlose Steuerzahler etwa ein Prozent ihres Einkommens als Zusatzsteuer abführen sollen, während Paare mit Kindern von dieser Steuer gestaffelt entlastet werden?

Der Sprecher besagter Jungen Gruppe, Marco Wanderwitz (geiler Name übrigens) überbrachte Uns Angela diesen Vorschlag am Dienstag. Was die davon hielt? Offenbar nicht viel, genauso wenig wie einige andere Politiker der CDU/CSU, FDP, und natürlich der Opposition. Aber wozu überhaupt diese zusätzliche Besteuerung? Natürlich, damit es einen Anreiz gibt, Kinder zu zeugen und groß zu ziehen. An sich eine interessante Idee, wie auch die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer in der Welt findet. “Derjenige, der Zukunft baut und Kinder hat, darf nicht mit denselben Beiträgen belastet werden wie jemand, der das – egal aus welchen Gründen – nicht tut”, ist von ihr zu hören. Allerdings hat offensichtlich keiner in der Jungen Gruppe daran gedacht, dass manche Leute ganz bewusst keine Kinder in die Welt setzen, weil sie es sich entweder nicht leisten können, oder weil sie vielleicht sogar zeugungsunfähig sind. Oder weil sie es für sich als Lebensweg entschieden haben, kein Kind ins Taka-Tuka-Land in die Bundesrepublik zu setzen.

Wie die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder in einem Interview ebenfalls mit der Welt sagt, soll das Kinderzeugen über Anreize funktionieren, nicht über Abschreckung. Denn, wenn wir mal ehrlich sind, es gibt genug Leute, die ein Kind nur aus Prestige in die Welt setzen, oder weil es von der Gesellschaft erwartet wird. Und die sollen dann noch belohnt werden? Oder sämtliche Asozialen, die sich nicht um Verhütung scheren und ein Kalb nach dem anderen werfen. Sollen wir dafür applaudieren und die Kohlen locker machen?

Auch aus anderen Parteien gibt es Widerspruch gegen diesen Vorschlag. So hat die SPD-Familienexpertin Caren Marks der SZ mitgeteilt, dass diese Idee “an Ahnungslosigkeit kaum zu übertreffen” sei. Katja Dörner von den Grünen stößt ins gleiche Horn: “In einem freien Land ist es nicht Aufgabe der Politik, individuelle Lebensentwürfe zu bewerten.” Was sagt die FDP?  ”Eine Art Zwangssoli für Kinderlose geht nicht”, so Miriam Gruß, familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion.

Liebe Junge Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das nächste Mal, wenn ihr eine Idee habt, um das deutsche Sozialsystem zu retten, denkt bitte noch einmal darüber nach, bevor ihr an die Öffentlichkeit geht. Schließlich möchtet ihr als aufstrebende Politiker euch doch nicht selbst lächerlich machen. Sonst zerstört ihr am Ende noch die Arbeitsplätze unzähliger Kabarettisten.

Schnee? Im Winter??

Schnee in NahaufnahmeWie die meisten Mitbürger schon bemerkt haben dürften, haben wir Winter. Und was gehört zum Winter? Wolkenverhangener Himmel? Kaum Sonne? Im Grunde ein beschissenes bescheidenes Wetter? Logisch. Doch was ist noch so normal im Winter wie Schokolade in einem Prinzenrollenkeks? Schnee. Ihr wisst schon, feinste Tröpfchen unterkühlten Wassers, die sich an Kristallisationskeimen anlagern und dort gefrieren, um dann zur Erde zu segeln. Schnee eben.

Es scheint aber so zu sein, dass Einige in jedem Jahr aufs Neue völlig überrascht werden vom Kälteeinbruch und dem einhergehenden Fall der weißen Flocken. Wenn man sich anschaut, wie exponentiell zum sich verstärkenden Schneefall die Fähigkeit, Auto zu fahren, sinkt, sollte man denken, das Sehvermögen spielt einem einen Streich. Wie sonst ist es zu erklären, dass im morgend- und abendlichen Zwielicht Leute unterwegs sind, die anscheinend noch nie etwas von Scheinwerfern gehört haben. “Egal, ich seh ja was”, hört man da oft.
Es soll ja auch Leute geben, die ihr Auto vor Fahrtantritt vom weißen Staub befreien. Sowas ist natürlich verpönt unter den Vollprofis. Lieber fahren sie mit einer Schneekugel durch die Gegend, ziehen eine Schwade aus Weiß hinter sich her und wundern sich, dass sie von der Polizei an den Straßenrand gewunken werden. Während sich die Männer (und Frauen, wir wollen hier mal politisch korrekt sein) in Grün dem Fahrzeug nähern, blicken zwei Augen aus einem Guckloch von der Größe eines Fünf-Mark-Stücks durch die Frontscheibe und fragen sich, was sie falsch gemacht haben könnten. “Freie Sicht nach allen Seiten? Wieso, ich guck doch eh nach vorne”, wird da nicht selten als Grund angegeben.

Die absoluten, und ich meine absoluten Experten schaffen es aber auch, auf einer leicht angeschneiten Straße ohne jeglichen ersichtlichen Grund im Tempo einer Schnecke mit Ischias auf zwei Spuren zu kriechen und die anderen Autofahrer zur Weißglut zu treiben. Wenn sie höflich (und dabei spreche ich von einem Hupkonzert) gebeten werden, den Finger aus dem Arsch der Nase zu nehmen und Gas zu geben, fühlen sie sich ungerecht behandelt. Zurecht, denn schließlich leben wir in einem freien Land und jeder hat das Recht, im Rückwärtsgang über die Hauptstraße zu schleichen. Und keine Winterreifen zu haben, denn dieses Gesetz gilt schließlich nur für die doofen Leute.

Mein Appell an alle, die mit dem Winter nicht klarkommen: Lasst euer Auto stehen und nehmt den Bus oder die Bahn. Die leiden zwar vermehrt an Verspätungen, aber nicht zuletzt deswegen, weil so viele Experten auf dem Asphalt unterwegs sind. Oder verbringt die kalte Jahreszeit an einem wärmeren Ort. Eurem Keller zum Beispiel. Damit ist allen geholfen, die sich auf veränderte Straßenverhältnisse anpassen können, ohne sich in die Hose zu machen.

Ahoi! Idiotie voraus

Deppen bei der ArbeitImmer wieder kommt es vor, dass ich einem Idioten begegne. Ich spreche nicht von geistig Behinderten oder Menschen mit geringem IQ, sondern von echten Flachzangen Kleingeistern, die meinen, sie wissen alles, haben aber den Intellekt eines Stück trockenen Brotes von letzter Woche. Woher nehmen sich diese Pfeifen aber das Recht, großspurig aufzutreten und sich zu fühlen wie Albert Einstein, wenn sie nicht einmal den Zusammenhang zwischen Hinfallen und Gravitation verstehen? Geschweige denn, wie man das Wort “Gravitation” eigentlich schreibt.

Besonders soziale Plattformen wie Facebook sind ein Sammelbecken der öffentlich zur Schau gestellten Intelligenzallergie. So bringt man zum Beispiel einen Denkanstoß zu einem aktuellen Thema (gerne auch mit ironischem Hintergrund), und wird im nächsten Moment angegangen, man habe ja nur einen geringen IQ und diese Meinung sei unqualifizierte Scheisse. Wohlgemerkt mit “ss”. Wo man doch in der Schule gelernt haben sollte, dass die “ss” nur nach einem kurzen Vokal kommt, aber nur (möglicherweise) in Ausnahmefällen nach einem Doppelvokal. Aber scheinbar wurde dies in der Schule nicht gelehrt. Oder, was ich eher vermute, der besagte Intellekt einer rostigen Regentonne war sich zu schade, aufzupassen, frei nach dem Motto “Mier doch scheissegall, ich hapn Eifohn”.

Wie auch immer, auf den grammatikalischen Aspekt möchte ich hier nicht weiter eingehen, man kann ja nicht wissen, ob ein Fall von Legasthenie vorliegt.
Viel interessanter ist in meinen Augen, dass sich solche Leute nicht schämen für ihre zur Schau getragene Blödheit. Dass sie NICHT EINMAL MERKEN, dass sie aufgrund ihrer offensichtlichen Unfähigkeit, ihre Meinung darzulegen, nach maximal drei Minuten ignoriert werden. Den intellektuell Vernachlässigten kommt der Gedanke “Der Typ hat doch keine Ahnung” und drehen es sich so hin, dass sie den Kampf des Geistes gewonnen haben. Sie bemerken nicht einmal, dass sie mit Pauken und Trompeten (oder einer leichten Denkübung, je nach Blickwinkel) in ihre Schranken gewiesen worden sind.

Mein Tipp an alle, die sich von solchen kognitiv suboptimierten Artgenossen gegängelt fühlen: Nehmt es sportlich. Macht euch einen Spaß daraus, diese Blindgänger vorzuführen und der Welt zu zeigen, dass sie es hier mit einem hoffnungslosen Fall von Intelligenzverweigerung zu tun hat. Und nehmt beleidigende Angriffe niemals persönlich. Das sorgt nur für Verdruss. Nehmt es höchstens persönlich, wenn der Beleidigungsversuch voll in die Hose gegangen, weil zu einfach gestrickt, ist.
Führt die Vollpfosten dieser Welt nicht aus Bosheit vor, sondern seht es als netten Zeitvertreib.

Unsozial? Möglich. Egal? Definitiv Ja.

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